3,5 Millionen Tonnen vermeidbarer Lebensmittelabfälle fallen in deutschen Privathaushalten pro Jahr an. Das geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine kleine Anfrage der Grünen-Fraktion hervor, die der Rheinischen Post vorliegt. Darin verweist das Bundeslandwirtschaftsministerium auf Zwischenergebnisse des Forschungsprojekts "Wege zur Reduzierung von Lebensmittelabfällen" (Refowas). Demnach kommen zu den 3,5 Millionen Tonnen vermeidbarer Abfälle aus den Haushalten weitere 1,7 Millionen Tonnen aus der Landwirtschaft hinzu. Bei der Lebensmittelverarbeitung zählten die Forscher 1,5 Millionen Tonnen, in der Außer-Haus-Verpflegung, etwa in Kantinen, eine Million Tonnen und im Handel weitere 351.000 Tonnen. Insgesamt errechneten die Experten also einen Abfallberg von mehr als acht Millionen Tonnen Lebensmitteln pro Jahr. Die Kennzeichnung "vermeidbar" erweckt allerdings den Eindruck, als ob nur die Menschen in den Privathaushalten dafür verantwortlich sind. Die gesellschaftlichen Ursachen in der zunehmenden Wegwerfproduktion und entsprechenden Beeinflussung des Konsumentenverhaltens durch Industrie und Werbung werden damit ausgeblendet.

 

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